Neue EU-Regulierungen im Blick: Was EUDR, EmpCo und PPWR jetzt für Verlage und Industrie bedeuten

Orientierung in einem dynamischen regulatorischen Umfeld

Die regulatorischen Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit und Produktverantwortung entwickeln sich derzeit mit hoher Geschwindigkeit. Für Verlage, Industrieunternehmen und die Druckbranche ergeben sich daraus neue Herausforderungen – aber auch Chancen, Prozesse frühzeitig zukunftssicher auszurichten.

Im Rahmen unseres Webinars „Die neuen EU-Regulierungen im Blick“ haben wir aktuelle Entwicklungen rund um die EUDR (EU-Entwaldungsverordnung), die EmpCo-Richtlinie (Empowering Consumers for the Green Transition) sowie die PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) eingeordnet und deren Auswirkungen auf die Praxis beleuchtet.

EUDR: Entlastung für Druckprodukte – Verantwortung bleibt bestehen

Eine der wichtigsten Neuigkeiten betrifft die EUDR. Die EU-Kommission hat Ende April 2026 ein Vereinfachungspaket vorgestellt, das insbesondere für die Druck- und Verlagsbranche relevant ist. Besonders bedeutend: Der HS-Code 49 wurde aus dem Anwendungsbereich der Verordnung gestrichen. Damit fallen fertige Druckprodukte wie Bücher, Magazine, Kataloge oder Werbedrucke künftig nicht mehr direkt unter die EUDR-Anforderungen. Für Unternehmen bedeutet das eine deutliche Vereinfachung. Dennoch bleibt die Verantwortung entlang der Lieferkette bestehen. Denn das eingesetzte Papier als Vormaterial unterliegt weiterhin den Anforderungen der Verordnung. Die Sorgfaltspflichten konzentrieren sich künftig stärker auf die Erstinverkehrbringer der betroffenen Rohstoffe und Materialien.

Für Verlage und Industrieunternehmen bedeutet dies vor allem eines: Die eigene Lieferkette sollte weiterhin transparent und nachvollziehbar gestaltet werden, auch wenn die regulatorische Belastung für fertige Druckprodukte sinkt.

EmpCo: Nachhaltigkeitskommunikation wird verbindlicher

Während die EUDR vor allem die Lieferkette betrifft, richtet sich die EmpCo-Richtlinie unmittelbar an Marketing, Vertrieb und Produktkommunikation. Ziel der Richtlinie ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher vor irreführenden Umweltversprechen zu schützen. Aussagen wie „umweltfreundlich“, „klimaneutral“ oder „nachhaltig“ können künftig deutlich strengeren Anforderungen unterliegen. Unternehmen müssen Umweltversprechen nachvollziehbar belegen können und dürfen keine pauschalen oder missverständlichen Aussagen verwenden.

Für Hersteller, Verlage und Marken bedeutet das:

  • Nachhaltigkeitsaussagen müssen überprüfbar sein.
  • Umweltbezogene Claims benötigen eine belastbare Grundlage.
  • Nicht ausreichend belegte Aussagen können künftig rechtliche Risiken bergen.
  • Auch Nachhaltigkeitssiegel und Zertifikate geraten stärker in den Fokus.

Die zentrale Botschaft lautet daher: Nachhaltigkeitskommunikation bleibt wichtig – muss jedoch transparenter und belastbarer werden.

PPWR: Neue Anforderungen an Verpackungen und Versandprozesse

Auch die europäische Verpackungsverordnung PPWR wird Unternehmen in den kommenden Jahren beschäftigen. Dabei geht es nicht nur um Verpackungshersteller. Die neuen Regelungen betreffen ebenso Unternehmen, die Verpackungen nutzen – beispielsweise beim Versand von Büchern, Werbemitteln oder E-Commerce-Produkten.

Besondere Aufmerksamkeit gilt künftig Themen wie:

  • Vermeidung unnötiger Verpackungen
  • Reduzierung von Leerraum in Versandverpackungen
  • Recyclingfähigkeit von Verpackungen
  • Optimierung logistischer Prozesse

Für Unternehmen bietet dies die Möglichkeit, ökologische und wirtschaftliche Ziele miteinander zu verbinden. Effizientere Verpackungslösungen können nicht nur regulatorische Anforderungen erfüllen, sondern gleichzeitig Materialeinsatz, Lagerkosten und Transportvolumen reduzieren.

Nachhaltigkeit wird zum Managementthema

Die drei Regulierungen zeigen deutlich: Nachhaltigkeit entwickelt sich zunehmend von einer freiwilligen Initiative zu einem festen Bestandteil unternehmerischer Verantwortung. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Umweltaspekte. Transparente Lieferketten, glaubwürdige Kommunikation und ressourcenschonende Prozesse werden zunehmend zu Wettbewerbsfaktoren. Unternehmen, die sich frühzeitig mit den Anforderungen auseinandersetzen, schaffen nicht nur regulatorische Sicherheit, sondern stärken auch ihre Position gegenüber Kunden, Partnern und Endverbrauchern.

Unser Fazit

EUDR, EmpCo und PPWR verfolgen unterschiedliche Ziele – gemeinsam stehen sie jedoch für einen grundlegenden Wandel in der europäischen Wirtschaft. Die gute Nachricht: Viele Unternehmen verfügen bereits heute über wichtige Bausteine, um die kommenden Anforderungen erfolgreich umzusetzen. Entscheidend ist nun, die Entwicklungen kontinuierlich zu beobachten, Prozesse anzupassen und Nachhaltigkeit strategisch zu verankern. Als Partner für Verlage und Industrie begleiten wir diese Entwicklungen aktiv und unterstützen unsere Kunden dabei, regulatorische Anforderungen frühzeitig zu verstehen und praxisnah umzusetzen.

>> Hier können Sie sich die Aufzeichnung unseres Webinars ansehen.

Sie möchten gerne die Präsentation des Webinars erhalten, dann schreiben Sie uns eine kurze Nachricht an:
Ansprechpartnerin Kristine Ilse, Head of Marketing & Sustainability