Speaking Books: Wie der Digitale Produktpass Verlagen neue Kunden und Margen eröffnet

Es ist 22:47 Uhr. Eine Mutter, drei Wochen vor dem Geburtstermin, scrollt durch Instagram. Eine Creatorin, der sie folgt, hält einen kleinen Kalender in die Kamera, in dem Eltern das erste Lebensjahr ihres Babys festhalten. Die Mutter denkt: genau das. Sie tippt — und landet bei Amazon.

Der Verlag, der das Produkt entwickelt, lektoriert, gestaltet und vorfinanziert hat, ist in diesem Moment nicht mehr Teil der Customer Journey. Die Kaufentscheidung fällt im Feed. Die Transaktion findet auf einer externen Plattform statt. Die Marge bleibt anderswo.

Genau darin liegt eine der zentralen wirtschaftlichen Herausforderungen der Verlagsbranche im Jahr 2026. Denn bezahlt wird zunehmend auf Plattformen, deren Margenlogik nicht für Verlage gemacht ist. Höhere Ladenpreise lösen dieses Problem nicht. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Wer kontrolliert den Weg zwischen Wunsch und Bezahlung?

Der Digitale Produktpass als neue Infrastruktur für Verlage

Was bislang in vielen Häusern unter „Compliance-Pflicht“ abgelegt wurde, könnte sich als strategische Infrastruktur für die Branche erweisen: der Digitale Produktpass (DPP). Denn erstmals macht der DPP ein gedrucktes Buch eindeutig und dauerhaft digital adressierbar. Damit wird das Buch selbst zur Commerce-Schnittstelle. Der Moment, in dem Interesse entsteht, kann direkt zum Moment der Bestellung werden — nicht auf Marktplätzen, sondern beim Verlag selbst.

Genau an diesem Punkt setzen mediaprint solutions aus Paderborn und Narravero aus Münster an. mediaprint solutions begleitet die Verlagsbranche seit Jahren als Dienstleistungs- und Lösungspartner für Druck, Print und Fulfillment. Narravero zählt zu den ersten international tätigen Anbietern digitaler Produktpässe. CEO Thomas L. Rödding verantwortet als Co-Chair von CEN-CENELEC JTC 24 zudem die europäische DPP-Norm mit.

In ihrem gemeinsamen Impulspapier „Speaking Books“ formulieren Thomas L. Rödding und Dominik Haacke, Chief Commercial Officer bei mediaprint solutions und Referent zum Thema Digitaler Produktpass am Mediacampus Frankfurt, eine neue Perspektive auf den DPP: „Der Digitale Produktpass ist nicht nur regulatorische Pflicht, sondern die technische Voraussetzung dafür, Kaufimpulse direkt in verlagseigene Bestellungen zu überführen.“

„Verlage arbeiten auf Vorleistung, tragen das Programmrisiko — und sehen am Ende nur Absatzmeldungen, nicht Ursachen“, sagt Dominik Haacke. „Wenn es gelingt, auch nur einen Teil der Kaufimpulse aus Communities und Feeds in einen verlagseigenen Bestellweg zu überführen, verschiebt sich der Deckungsbeitrag pro Titel spürbar — ohne dass am Ladenpreis gedreht werden muss.“

Thomas L. Rödding ergänzt: „Aus einem Scan oder einem Tap kann nicht nur Information werden, sondern eine Transaktion. Das ist der Unterschied zwischen einem QR-Code, der irgendwohin führt, und einem Produktpass, der einen konkreten Kauf auslöst.“

Praxisbeispiel: Vom Kaufimpuls zum Doppelklick

Wie dieses Prinzip in der Praxis funktionieren kann, haben mediaprint solutions und Narravero anhand der Produktreihe „Mein erster Kalender“ demonstriert.

Jede Produktvariante besitzt eine eigene GTIN und einen daran gebundenen Digitalen Produktpass. Der Einstieg erfolgt per QR-Code oder NFC direkt am physischen Produkt — oder alternativ über einen Direktlink aus einem Social-Media-Post.

Beide Wege führen zu einer reduzierten Produktansicht, aus der sich der Kauf per App Clip mit nur zwei Klicks auslösen lässt. Zum Vergleich: Der klassische Weg über ein Shopsystem benötigt häufig sieben Klicks bis zum eigentlichen Bezahlvorgang.

Toy Safety Regulation erhöht den Handlungsdruck

Dass das Thema gerade jetzt an Relevanz gewinnt, hat jedoch nicht nur wirtschaftliche, sondern auch regulatorische Gründe.

Mit der neuen EU-Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug (Toy Safety Regulation) wird der Digitale Produktpass nach Ablauf der Übergangsfrist verpflichtend. Besonders relevant ist das für Verlage mit Kinder- und Produktprogrammen.

Denn Pappbilderbücher mit Greifelementen, Stoff- und Badebücher, Beschäftigungssets oder interaktive Kinderprodukte können — abhängig von ihrer Ausgestaltung — unter die Spielzeugdefinition fallen und damit unter die DPP-Pflicht.

„Der Aufwand ist in beiden Fällen vergleichbar“, sagt Haacke. „Der Unterschied ist, was am Ende in der Verlagskasse ankommt.“

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Das gemeinsame Impulspapier
„Speaking Books — Wie der Digitale Produktpass Verlagen neue Kunden und Margen schenkt“
steht ab sofort kostenfrei als PDF zur Verfügung:

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Über mediaprint solutions GmbH

Die mediaprint solutions GmbH zählt zu den führenden Druckereien Deutschlands und setzt auf ressourcenschonendes sowie nachhaltiges Handeln. Mit modernster Technik im Offset- und Digitaldruck, leistungsfähiger Weiterverarbeitung und integrierter Logistik entwickelt das Unternehmen innovative Lösungen für umfangreiche Print-Projekte in B2B- und B2C-Märkten — von Auflage 1 bis zur Großauflage.

Getreu dem Motto:
Lösungsvielfalt, die überzeugt. Expertise, die weitergeht.

Über Narravero

Narravero entwickelt digitale Produktidentitäten für die physische Wirtschaft. Ziel ist es, Produkte für Menschen sichtbar, für Maschinen lesbar und über ihren gesamten Lebenszyklus digital wirksam zu machen.

Unternehmen und Marken aus zwölf Branchen arbeiten bereits mit Narravero, darunter BONPRIX, STRAUB MARBERT, B&W International, SEINE Batteriesysteme und COR.

Gründer und CEO Thomas L. Rödding gehört zu den prägenden europäischen Stimmen rund um digitale Produktidentität und die Standardisierung des Digitalen Produktpasses. In führenden Rollen bei CEN-CENELEC sowie DIN/DKE gestaltet er die Standards mit, die den DPP künftig tragen werden.